Spin-Off Siemens Energy

Siemens Energy – Aktien aus dem Spin-Off

Siemens gliedert seine Energiesparte als eigenständiges Unternehmen aus. Wie schon bei Osram wählt Siemens wieder ein Spin-Off. Die Siemens-Aktionäre bekommen im Bezugsverhältnis 2:1 Aktien von Siemens Energy in ihr Depot eingebucht.

Die bisherigen Sparten „Gas and Power“ sowie „Siemens Gamesa Renewable Energy“ wurden in das neue Unternehmen überführt. Seit dem 28. September 2020 wird Siemens Energy mit der schicken WKN ENER6Y an der Börse gehandelt.

Ich hatte vorher 51 Siemens-Aktien. Dafür wurden mir über das Wochenende 25 Aktien von Siemens Energy zugeteilt. Das wirkt im ersten Augenblick wie geschenkte Aktien. Allerdings ist der Aktienkurs von Siemens entsprechend zurückgegangen. Was daran liegt, dass eben der Konzern erst einmal kleiner geworden ist. Mit dem Spin-Off ist jedoch die Hoffnung verbunden, dass sich die geteilten Unternehmen besser als das Konsortium entwickeln.

Steuern beim Spin-Off

Erst einmal sollten meiner Meinung nach im Rahmen des Spin-Offs keine Steuern fällig werden. Beim Verkauf würde dann jedoch Kapitalertragsteuer fällig, sollten Kursgewinne angefallen sein. Der Einstandskurs wird mit dem Spin-Off neu berechnet. Dieser wird – so wie ich das verstanden habe – im Verhältnis 2:1 neu zugewiesen. Wer also beispielsweise seine Siemens-Aktien für 90 Euro gekauft hatte, hat jetzt einen neuen Einstiegskurs von 60 Euro, für Siemens Energy liegt er bei 30 Euro.

Mir geht es da sogar besser. Als einzige Position in meinem Bestand sind die Siemens-Aktien vor 2009 gekauft worden. Das liegt noch vor dem Zeitpunkt, zu dem die Abgeltungssteuer eingeführt wurde. Daher würden bei einem Verkauf von alten Siemens- oder neuen Siemens-Energy-Aktien keine Steuern fällig. Andererseits hoffe ich, gar nicht in die Verlegenheit zu kommen. Solange die Dividenden schön steigen, behalte ich die Aktien.

Übrigens: Wer einen Teil seiner Siemens-Aktien vor 2009 erworben hat und einen Teil danach, bei dem werden die einzelnen Aktien je nach Kaufzeitpunkt unterschiedlich behandelt. Der Fiskus geht davon aus, dass zuerst erworbene Aktien auch als erstes verkauft werden.

Siemens Energy behalten oder abstoßen?

Das muss wie üblich jeder für sich selbst entscheiden.

Ich werde meine 25 Aktien erst einmal behalten. Klar, eine Dividendenhistorie kann Siemens Energy nicht vorweisen. Das Unternehmen ist ja ganz neu. Und normalerweise würde ich für mein Dividendendepot kein Unternehmen kaufen, von dem ich nur hoffen kann, dass es einmal Ausschüttungen vornehmen wird.

Jetzt sind sie aber da, und im Dividendendepot will ich ja nur ungern verkaufen. Also behalte ich sie, selbst wenn sie für das Geschäftsjahr 2020 (das wie bei allen Siemens-Unternehmen von Oktober bis September geht) voraussichtlich keine Dividende zahlen werden [1]. Also werde ich etwas Geduld mitbringen, da sie nachfolgend eine ähnliche Strategie zur Ausschüttung wie Siemens verfolgen wollen. Und zumindest die Dividenden bei Siemens sehen ja gut aus.

[1] https://assets.new.siemens.com/siemens/assets/api/uuid:419d3deb-0dd2-4ab4-b8d3-8a26d89b7e89/Gemeinsamer-Spaltungsbericht-vom-22-Mai-2020.pdf

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