Welche Aktie soll ich kaufen

Kursdepot im Mai: Aktien mit Verlust verkauft

Einige meiner Aktien habe ich mit Verlust verkauft. Der Wert des Kursdepots insgesamt ist um 2,8 % gesunken. Insgesamt drei Positionen habe ich ausgetauscht. In diesem Beitrag berichte ich, von welchen Werten ich mich getrennt habe, und von welchen ich mir zukünftig mehr erhoffe.

Kaufen & Verkaufen

Im April hatte ich noch von gähnender Langeweile im Kursdepot geschrieben, weil keine Aktienposition weichen musste, aber auch keine hinzugekommen war. Das würde ich mir im Nachhinein auch für den Mai wünschen.

Aktien mit Verlust verkauft

Im Mai erreichten allerdings einige meiner Werte ihren Stoppkurs. Sie sind also so weit gesunken, dass ich dem nicht mehr zusehen wollte und habe sie verkauft – leider alle mit Verlusten.

Als erstes musste mit Etsy (WKN: A14P98) ein Gewinner der Pandemie weichen. Ich bin erst spät auf das Unternehmen aufmerksam geworden. Anfangs hat es sich auch noch gut entwickelt, ist aber nie ganz in die Gewinnzone gekommen. Meine zehn Aktien habe ich mit rund 40 Euro Verlust verkauft.

Danach wurde unter meinen chinesischen Werten aufgeräumt. Das chinesische Internetunternehmen JD.com (WKN: A112ST) hat den Rückwärtsgang eingelegt. Ich habe mich von meinen 23 Anteilen getrennt, auch wenn mich das 286 Euro gekostet hat.

Mit Tencent (WKN: A1138D) hat sich dann gleich noch ein zweites Internetunternehmen verabschiedet. Hier belief sich der Verlust sogar auf etwas mehr als 350 Euro.

Letzten Endes habe ich durch Aktienverkäufe im Mai 682,91 Euro Verluste gemacht.

Der Griff ins Phrasenschwein: Daran zeigt sich, dass die Börse eben keine Einbahnstraße ist. Es gibt nicht nur Gewinne, man kann auch verlieren. Ich denke, dass es wichtig ist, für sich selbst eine Strategie bereitzulegen, wann man kauft – und noch viel wichtiger: wann man verkauft. Durch meine Stoppkurse halte ich die Verluste ungefähr in einem vorher festgelegten Rahmen.

Neue Werte im Kursdepot

Das Positive an den Verkäufen: Ich habe wieder Geld, das investiert werden will. Und so gab es im Mai drei Neuzugänge in meinem Kursdepot.

TUI: Riskante Wette, aber vielleicht hebt die Aktie ab?

Der erste Kauf erfolgte dann bei einer Aktie, die ich niemandem ruhigen Gewissens empfehlen kann: TUI (WKN: A14P98). Nicht der Aktienkurs, sondern die Verbindlichkeiten sind während der Coronakrise in die Höhe geschossen. Klar, Flugzeuge mussten am Boden, Kreuzfahrtschiffe vor Anker bleiben. Fernreisen wurden praktisch nicht mehr gebucht.

Hier bin ich tatsächlich eine riskante Wette eingegangen: Die Inzidenzzahlen sinken, Impfstoffe sind in immer größeren Mengen vorhanden. Viele Menschen werden wieder reisen wollen. Wer, wenn nicht eines der größten Touristikunternehmen der Welt, sollte davon profitieren? Umso wichtiger ist es hier, dass ich eine eher kleine Position gekauft und meinen Stoppkurs bei rund 2,70 Euro gesetzt habe.

Viel eher setze ich allerdings auf Unternehmen, deren Aktienkurs möglichst schon seit Jahren recht zuverlässig steigt. Vier bis fünf solcher Käufe tätige ich, bevor ich frühestens wieder so einen „Zock“ riskiere.

Der zweite Neuling im Depot kommt aus Schweden. Svenska Cellulosa AB (WKN: 856193) heißt das Unternehmen, hinter dem sich Europas größter privater Waldbesitzer verbirgt. Ursprünglich einer der größten Produzenten von Papier- und Zelluloseprodukten, wird jetzt vor allem Holz selbst vertrieben. Ein nachwachsender Rohstoff, vielfältig einsetzbar. Dazu kommt, dass der Holzpreis gerade in die Höhe schießt, eben weil alle Welt Holz benötigt. Allen voran die USA, China und Indien. Ich denke, dass SCA davon profitieren kann.

Mein Stoppkurs liegt im Bereich von 10-11 Euro. Seit dem Kauf schwächelt das Papier auch etwas, ich hoffe aber, dass SCA rechtzeitig wieder die Kurve bekommt und lange Zeit in meinem Depot verweilen wird.

Dritter im Bunde ist Alphabet (A) (WKN: A14Y6F). Bekannt ist der Konzern natürlich insbesondere für Google. Eine der wertvollsten Marken der Welt, angekommen im allgemeinen Sprachgebrauch („Ich habe das mal eben gegooglet.“) und der Platzhirsch, was Werbung im Internet betrifft.

Das Unternehmen aus dem Silicon Valley bespielt jedoch noch viele weitere zukunftsträchtige Märkte. Die Tochter „Calico“ ist im Bereich Biotechnologie und Gentechnik unterwegs, „DeepMind“ im Bereich der künstlichen Intelligenz. „Waymo“ hat man vielleicht schon einmal im Zusammenhang mit autonomem Fahren gehört. Dazu kommen Tochterunternehmen für Investitionen und Wagniskapital, für Forschung und Biowissenschaften, für Verkehrsmanagement und Lieferdrohnen und etliches mehr.

Daher glaube ich, dass Alphabet auch in Zukunft eine herausragende Rolle spielen wird. Das sollte sich dann auch in weiterhin steigenden Aktienkursen widerspiegeln. Leider hatte ich nur Geld für einen Anteilsschein im Budget. Aber einer ist besser als keiner. Sollte die Aktie unter etwa 1.400 Euro fallen würde ich mich von ihr trennen.

Depotentwicklung

Wie bereits in der Einleitung geschrieben ging es im Mai mit meinem Kursdepot um etwa 2,8 % runter. Unter den Aktien, die zum Monatsende im Depot waren, waren auf Monatssicht ungefähr so viele Positionen im Minus wie im Plus.

Gewinner & Verlierer

Ich möchte mich gerne auf das Positive konzentrieren, deswegen werfen wir dieses Mal zuerst den Blick auf die Gewinner. Sonderliche Sprünge hat allerdings keines meiner Papiere gemacht:

  • Investor AB (WKN: A3CMTG) +7,1 %
  • Pool Corp (WKN: A0JMVJ) +3,8 %
  • LVMH (WKN: 853292) +3,5 %

Investor AB ist ein schwedisches Investmentunternehmen. Damit hat man quasi direkt Aktien der größten schwedischen Aktienkonzerne im Depot, beispielsweise AstraZeneca, Ericsson, Saab und SEB, aber auch Nasdaq, Inc. Erfreulich sind hier die bislang recht beständig steigenden Kurse.

Am 20. Mai wurde übrigens ein Aktiensplit im Verhältnis von 4:1 durchgeführt, d.h. für jede Aktie im Depot gab es vier neue. Bei dem Aktiensplit hat sich auch die ISIN, die internationale Wertpapierkennnummer geändert.

Den zweiten Platz nimmt Pool Corp. ein. Das hatten sie auch schon im Vormonat geschafft, damals sogar mit einem Plus von über 16 %.

Und dann ist da noch LVMH. Der weltweite Branchenführer der Luxusgüterindustrie hat den Weg in mein Depot erst im März diesen Jahres gefunden. Seither ging es insgesamt schon knapp 20 % nach oben. Ein Wert, der Spaß macht. Noch bin ich kein Millionär, den Luxus gönnen sich andere. Aber sie füllen mir mit ihren Käufen die Taschen. Selbstgesteuerte Umverteilung von oben nach unten also.

Und dann sind da noch die Verlierer. Klar, angeführt wird das Ranking von den Papieren, die aus meinem Depot geflogen sind. Unter denen, die noch drin geblieben sind, wiesen die folgenden drei die höchsten Monatsverluste auf:

  • Sartorius VZ (WKN: 716563) -12,1 %
  • Hypoport AG (WKN: 549336) -9,3 %
  • Svenska Cellulosa AB (WKN: 856193) -7,4 %

Sartorius war früher schon einmal in meinem Depot, musste im Juni 2020 allerdings vorübergehend seinen Platz räumen. Einige hundert Euro Gewinn durfte ich beim Verkauf damals mitnehmen. Mein Stoppkurs war damals allerdings wohl etwas zu eng gesetzt, der Laborausstatter fing sich wieder und legte weiter zu. Aktuell verschnauft Sartorius mehr als deutlich. Ich hoffe aber, dass es in naher Zukunft wieder in die gewohnte Richtung geht: nach oben.

Die Hypoport AG wurde erst im Jahr 1999 in Berlin gegründet. Das Technologieunternehmen ist im Bereich der Kredit- und Versicherungswirtschaft unterwegs. Lange Zeit ging es mit dem Aktienkurs recht steil bergauf, seit dem vergangenen Oktober ist dieser Trend aber deutlich gestört. Die Aktie schrammt immer mal wieder in der Nähe meines Stoppkurses entlang. Bislang ging es allerdings noch immer gut.

Und dann mein Neukauf Svenska Cellulosa AB. Gerade gekauft, schon dreht sich der Wind und der Kurs sinkt. Davon lasse ich mich aber nicht verrückt machen. Leider wurde zuletzt sogar die 200-Tage-Linie nach unten hin durchbrochen. Meine Hoffnung ist, dass der Kurs diese oft beachtete Linie hält und dann wieder neuen Schwung gewinnt.

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