Kursdepot Ende Februar 2021

Kursaktien mit Schwächephase

Bis Mitte Februar ging es an den Börsen mit erstaunlicher Geschwindigkeit nach oben. Dann wurden einige Anleger nervös und es kam zu einer schnellen Korrektur. Meine „Kursaktien“ machen wie der gesamte Markt eine Schwächephase durch. Ein Anlass zur Sorge?

Werfen wir doch erst einmal einen Blick auf drei ausgewählte Aktien meines Depots:

  • Shopify (WKN: A14TJP) +13,3%
  • Constellation Software (WKN: A0JM27) +6,3%
  • Etsy (WKN: A14P98) +4,9%

Es gibt sie also, die Aktien, die über den Verlauf des Februars einen Kurszuwachs verzeichnen. Wenngleich die Zahlen nicht mit dem unglaublich starken Januar mithalten können. Die Liste der Verlierer in meinem Depot ist dieses Mal länger. Die Top 3 aus meinem Depot zum Monatsende sind

  • Varta (WKN: A0TGJ5) -24,4%
  • Teladoc Health (WKN: A14VPK) -20,2%
  • Nemetschek (WKN: 645290) -10,9%

Kaufen & Verkaufen

Allerdings gibt es noch weitere Verlierer, die aber gar nicht mehr in meiner Liste stehen, weil sie meine Stoppkurse unterschritten haben:

  • ResMed wurde am 17.02. verkauft. Immerhin blieb mir ein Gewinn in Höhe von 436,00 Euro. Das entspricht 11,8% Gewinn in 9 Monaten.
  • Deutsche Wohnen wurde am 26.02. mit einem Verlust von 4,80 Euro verkauft. Das sind -0,3% Miese in 9 Monaten.
  • Ansys habe ich ebenfalls am 26. Februar verkauft. Hier habe ich einen Gewinn nach Steuern in Höhe von 145,41 Euro (bzw 8,1% in 8 Monaten) gemacht.

Das Geld, das aus den beiden letzten Verkäufen frei wurde, habe ich noch nicht wieder investiert. Nach dem Verkauf von ResMed hatte ich jedoch schon wieder zugeschlagen und mir neue Werte ins Depot geholt:

  • Adobe Systems: 7 Aktien für 2.825,55 Euro, also 403,65 Euro Kaufkurs (inkl. Gebühren)
  • NextEra Energy: 29 Aktien für 1.936,95 Euro. also 66,79 Euro je Aktie, ebenfalls bereits inklusive Gebühren.

Alles richtig gemacht?

Tja, das ist die große Preisfrage, nicht wahr?

Werfen wir ein Blick auf die Verkäufe. Ich setze Stoppkurse in meinem Kursdepot. Einmal am Tag werden die Kurse überprüft. Steht der aktuelle Kurs darunter, dann verkaufe ich. Damit begrenze ich Verluste. Wenn die Aktie steigt, dann ziehe ich den Stoppkurs nach. Wenn die Aktie weit genug steigt, dann sichere ich so Gewinne ab. Die Kunst ist nun, die Stoppkurse so zu setzen, dass eine Aktie im üblichen Rahmen schwanken kann, ohne dass ich sie gleich verkaufe.

ResMed (WKN: 895878) hat seine 200-Tage-Linie (also den gemittelten Aktienkurs der letzten 200 Handelstage) knapp unterschritten. Vielleicht war der Stoppkurs ein wenig zu eng gesetzt. Seit dem vergangenen November schwächelt die Aktie allerdings. Daher stehe ich dem Verkauf neutral gegenüber. Eine solche Pause in der Kursentwicklung ist normalerweise kein Grund für einen Verkauf. Jetzt ist es passiert, was soll’s. Gewinn habe ich ja gemacht.

Deutsche Wohnen (WKN: A0HN5C) baut gerade im Kurs deutlich ab. Die 200-Tage-Linie wurde schwungvoll durchbrochen – nach unten. Die Aktie schwankt deutlich, gewinnt und verliert mal. Ich habe das Kapitel abgeschlossen. Der kleine Verlust ist natürlich schade. Wichtiger ist mir aber, dass ich nun wieder auf andere Werte setzen kann, die verlässlicher wirken.

Ansys (WKN: 901492) zeigte eine schöne Kursentwicklung, ist aber auch eingebrochen. Um da mitzukommen, habe ich regelmäßig die Stoppkurse nachgezogen. Zuletzt vielleicht sogar etwas sehr weit nach oben, denn (vorläufig) hat der Rückgang oberhalb der 200-Tage-Linie eine Pause eingelegt. Aber Stoppkurs ist Stoppkurs, ich habe verkauft. Es könnte allerdings sein, dass ich hier bald wieder einsteige.

Insgesamt sind meine Stoppkurse vor allem bei früheren Käufen vermutlich noch zu eng gesetzt. Inzwischen setze ich sie etwas großzügiger.

Damit ist mein Problem aber noch nicht gelöst, dass der Abstand zwischen aktuellem Kurs und Stoppkurs prozentual immer enger wird, wenn die Kurse steigen. Hier suche ich noch nach einer festen Regel. Ich denke, dass ich in Zukunft beim Überschreiten bestimmter Schwellen den Abstand zwischen Stopp- und Nachziehkurs erweitern werde. Eine erste Schwelle könnte erreicht sein, sobald der Stoppkurs den Kaufpreis übersteigt. Eine zweite wäre dann vielleicht bei einer Verdoppelung erreicht. In den kommenden Wochen möchte ich mir hierzu auf jeden Fall noch etwas überlegen.

Die Neuzugänge

Adobe Systems (WKN: 871981): Kaum habe ich mich eingekauft geht der Kurs nach unten. Kennt man ja. Davon lasse ich mich nicht verunsichern. Das Software-Unternehmen ist bekannt für Photoshop, InDesign, Illustrator und den Acrobat Reader. Dazu kommen viele weitere Anwendungen für kreative Köpfe.

NextEra Energy (WKN: A1CZ4H): Kaum habe ich mich eingekauft geht der Kurs nach unten. Kennt man ja. Moment … Habe ich das nicht gerade schon einmal irgendwo geschrieben? Nun ja, schauen wir mal, was sich bei dem US-Energieunternehmen ergibt. Der Konzern beschreibt sich als führend in Solar- und Windenergie.

Kursaktien mit Schwächephase – ein Grund zur Sorge?

Sartorius Vz (größte Posi) stand am 16. Februar auf AZH 496,40, Ende des Monats wieder bei 425,40 Euro. Dazwischen liegt also ein Minus von 14,3%. Zum Jahresende war die Aktie aber noch bei 325 Euro. Also alles im grünen Bereich.

Einen Tag zuvor, am 15. Feb hat mein „Monatsgewinner“ Shopify ein Allzeithoch von 1240 Euro erklommen. Ende des Monats notiert er noch bei 1061,40 Euro. Das sind 14,4% weniger. Mit 954,90 Euro war der Wert am Jahreswechsel aber noch deutlich geringer. Es steht also noch ein Jahresgewinn zu Buche.

Mein größter Monatsverlierer (der nicht rausgeflogen ist) hatte sein Allzeithoch (181,30 Euro) bereits im Januar erreicht. Nach einer Kurskorrektur ging es noch einmal auf ein Zwischenhoch (Februarhoch) am von 166,40 Euro. Am Monatsende stehen 114,10 Euro. Im Februar ist das ein Rückgang um 31,4%; vom Allzeithoch aus sogar um 37,1%. Trotzdem: Bei Varta sind alle Kursgewinne des Jahres wieder weg, mein Stoppkurs beinahe erreicht.

Muss ich mir Sorgen machen? Nein. Mein Kursdepot steht ungefähr da, wo es vor zwei Monaten – also zum Jahreswechsel stand. Plus die einbezahlten Beträge. Um mich vor größeren Verlusten zu bewahren habe ich Stoppkurse. Da die Börse in den ersten sechs Wochen des Jahres eilig nach oben stürmte, würde ich gerade einmal 2.000 Euro Verlust einfahren, wenn ALLE Aktien ihre Stoppkurse erreichen würden. Das halte ich aber für ausgesprochen unwahrscheinlich.

An der Börse geht es auf und ab. Ich denke, dass man damit klarkommen und sich vorher eine Strategie zurechtlegen muss, wenn man in Aktien investieren möchte.

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